Was versteht man unter Rohrsanierung?
Die Rohrsanierung bei undichten Stellen bezeichnet die fachgerechte Behebung von Schäden an Rohrleitungen. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, abhängig vom Schadensbild, dem Rohrmaterial und der Zugänglichkeit.
Häufige Ursachen für Undichtigkeiten
- Korrosion durch aggressive Abwässer oder Bodenbeschaffenheit
- Wurzeleinwuchs in Beton- oder Tonrohren
- Risse durch Setzungen oder mechanische Belastung
- Alterung der Dichtungen und Verbindungsstellen
- Falsche Montage mit unzureichenden Gefälle
Erkennung von Leckagen im Kanalsystem
Bevor eine Rohrsanierung bei undichten Stellen durchgeführt werden kann, muss das Problem genau lokalisiert werden. Moderne Inspektionstechnologien ermöglichen eine präzise Schadensanalyse.
Kanalkamera-Inspektion
Mit speziellen Kamerasystemen inspizieren Experten das gesamte Leitungsnetz. Die Aufnahmen zeigen:
- Genaue Position der Schadstelle
- Art und Ausmaß des Defekts
- Zustand der Rohrwandungen
„Eine Kamera-Inspektion ist der wichtigste Schritt vor jeder Sanierungsmaßnahme.“
Druck- und Dichtheitsprüfung
Nach DIN EN 1610 werden Dichtheitsprüfungen durchgeführt. Dabei wird die Leitung mit Wasser oder Luft unter Druck gesetzt und der Druckverlust überwacht.
Sanierungsverfahren im Überblick
Je nach Befund kommen unterschiedliche Methoden zur Rohrsanierung bei undichten Stellen infrage.
1. CIPP-Liner-Verfahren (Schlauchlining)
Das Schlauchlining ist das häufigste grabenlose Sanierungsverfahren:
- Ein flexibler Schlauch wird in das beschädigte Rohr eingezogen
- Durch Druckeinblasen wird er an die Rohrwand gepresst
- Nach Aushärtung entsteht ein neues Rohr im alten Rohr
- Die Lebensdauer verlängert sich um 50+ Jahre
Vorteile:
- Keine Erdaushubarbeiten nötig
- Schnelle Durchführung (oft innerhalb eines Tages)
- Hohe Wirtschaftlichkeit bei langen Strecken
2. Kurzrohrsanierung (Patch-Reparatur)
Bei lokalen Schäden bietet sich die Patch-Reparatur an:
- Geeignet für punktuell begrenzte Defekte bis ca. 1 Meter Länge
- GFK-Kurzliner wird an der Schadstelle platziert und ausgehärtet
- Minimale Eingriffe, maximale Effizienz
3. Offene Bauweise (Austausch)
Bei schweren Schäden ist ein vollständiger Austausch erforderlich:
| Kriterium | Liner-Methode | Offene Bauweise |
|---|---|---|
| Kosten | Niedrig | Hoch |
| Dauer | Kurz | Lang |
| Eingriff | Minimal | Groß |
| Haltbarkeit | 50+ Jahre | 80+ Jahre |
Materialwahl bei Neuverlegung
Bei einer offenen Rohrsanierung bei undichten Stellen kommen überwiegend folgende Materialien zum Einsatz:
Betonrohre: Robust, langlebig, für Hauptkanäle ideal. Gussrohre: Korrosionsbeständig, hohe mechanische Festigkeit. Kunststoffrohre (PE/PVC): Chemikalienresistent, flexibel, leicht zu verarbeiten.
Kostenfaktoren einer Rohrsanierung
Die Ausgaben für eine Rohrsanierung bei undichten Stellen hängen von mehreren Faktoren ab:
- Verfahrenswahl: Grabenlose Methoden sind oft kostengünstiger.
- Rohrdurchmesser: Größere Querschnitte erfordern mehr Material.
- Zugänglichkeit: Tiefliegende oder schwer erreichbare Leitungen erhöhen den Aufwand.
- Umweltbedingungen: Grundwasserstand und Bodeneigenschaften beeinflussen die Planung.
- Vorhandene Infrastruktur: Überbauungen oder nahe Versorgungsleitungen erschweren die Arbeit.